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Flexible Teilzeit
Zum Unternehmen:
Das Textilhaus Echter ist ein mittelständisches Handelsunternehmen, das
Modehäuser und einen Fachmarkt für Wohntextilien betreibt. 85 % der
Beschäftigten sind Frauen, die Teilzeitquote beträgt beim
Verkaufspersonal ca. 60 %.
Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit suchte das Unternehmen nach
Möglichkeiten zur Verbesserung der Kundenorientierung und der
Ertragssituation.
Zum Ausgangszeitpunkt war der Personaleinsatz trotz des Einsatzes von
Teilzeitkräften relativ starr. Die Mitarbeiter arbeiteten relativ
unabhängig von der tatsächlichen Kundenfrequenz an festen Arbeitstagen
in der Woche. Auch die Urlaubsplanung erfolgt noch zu wenig
kundenorientiert. Phasen starker Kundenfrequenz zogen regelmäßig eine
hohe Anzahl von Überstunden nach sich, was die Personalkosten nach oben
trieb.
Zur Maßnahme
Das Unternehmen beteiligte sich am Projekt "Mobilzeit" des
Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um
Maßnahmen zur Ausweitung und Flexibilisierung des Teilzeitangebot zu
entwickeln. Um das Angebot attraktiv und entsprechend den
Mitarbeiterwünschen zu gestalten, wurden im Vorfeld Mitarbeitergespräche
und eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurden neue Modelle angeboten, in denen
die Mitarbeiter entsprechend ihren Wünschen und dem Arbeitsanfall ihre
Arbeitszeit eigenverantwortlich im Team bestimmen können. Bei der
Urlaubsplanung werden ebenfalls Umsatzverläufe und Mitarbeiterwünsche
aufeinander abgestimmt. Mitarbeiter und Führungskräfte wurden mittels
Info-Tagen und Broschüren gut über die neuen Modelle und die neue
Personaleinsatzplanung informiert. Eine weitere Voraussetzung für die
erfolgreiche Umsetzung der Maßnahme war die Erhöhung der gegenseitigen
Vertretungsmöglichkeiten durch das Zusammenlegen von Abteilungen und die
Qualifizierung der Mitarbeiter für die neuen Bereiche. Die Teilzeitquote
konnte auf 73 % gesteigert werden.
Zum Nutzen
Die Einführung eines Teilzeit-Managements mit flexibilisiertem
Personaleinsatz und größerer Kundenorientierung verbessert die
Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Die Personalkosten sanken auf 20
% vom Umsatz. Aufgrund der optimalen Anpassung an Arbeitsschwankungen
fallen keine Überstunden mehr an; Plus- und Minusstunden gleichen sich
im Laufe des Jahres aus. Durch Erhöhung der Teilzeitquote können mehr
Mitarbeiter beschäftigt werden. Die durchgeführten
Qualifizierungsmaßnahmen erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der
Mitarbeiter.
Die Einbindung der Mitarbeiter in einen partnerschaftlichen Prozeß der
Entwicklung und Umsetzung der Teilzeitmodelle hat wesentlich zum Erfolg
der Maßnahme beigetragen. Die Beteiligung der Mitarbeiter strahlt auch
auf andere Projekte aus. "Das neue Leben im Hause" hat einen Denkanstoß
für Neuerungen auch in anderen Bereichen gebracht. Aus Sicht der
Führungskräfte sind die Mitarbeiter aktiver und "wissensdurstiger" und
identifizieren sich stärker mit ihrer Abteilung. Es kann davon
ausgegangen werden, daß auch dieser Effekt zur weiteren Stärkung der
Wettbewerbsfähigkeit beiträgt.
Autorin: Angela Fauth-Herkner |