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Variable Gestaltung eines Entgeltsystems
Zum Unternehmen:
Die Franz Förg GmbH & Co Sportfachhandel KG ist ein
Sportartikel-Einzelhändler, der zu den 15 größten Mitgliedern der
Intersport Deutschland gehört. Es handelt sich um ein inhabergeführtes
Unternehmen mit knapp 70 Mitarbeitern.
Vor dem Hintergrund geringer Margen im Sportartikel-Einzelhandel und zur
Bewältigung bevorstehender Marktveränderungen wurde die Bedeutung eines
strategischen Managements zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und zur
Beschäftigungssicherung erkannt. Durch Steigerung der Lernbereitschaft
im Unternehmen sollte eine deutlich messbare Verbesserung der
betriebswirtschaftlichen Ergebnisse erzielt und eine Harmonisierung des
menschlichen Miteinanders innerhalb des Teams und mit den Kunden
erreicht werden.
Zur Maßnahme
In Ergänzung zu einem partnerschaftlichen Arbeitszeitsystem wurde ein
neues Vergütungs-System erarbeitet. Das Unternehmen zielte damit auf
eine Förderung von erfolgsorientiertem Verhalten von Führungskräften und
Mitarbeitern und auf eine Verbesserung des Betriebsklimas und der
Identifikation mit dem Unternehmen durch transparente und gerechte
Regelungen des Vergütungssystems. Ferner sollten die Personalkosten in
Abhängigkeit von der Ertragslage des Unternehmens flexibilisiert werden,
um in Krisenzeiten den Fortbestand des Unternehmens und damit aller
Arbeitsplätze zu sichern.
Der einzige grundsätzlich fixe, das heißt auch bei schlechter
Ertragslage des Unternehmens garantierte Vergütungsbestandteil, ist das
Tarifgehalt. Zusätzliche variable Bestandteile des Vergütungssystems
sind eine Qualifikationszulage, eine Team-Leistungsprämie und ein
Erfolgsbonus. Im Sinne einer betriebswirtschaftlichen Kalkulierbarkeit
wird die Gesamtsumme der geplanten variablen Vergütung unmittelbar an
den Plangewinn des folgenden Jahres gekoppelt, der von der
Geschäftsleitung erstellt und allen Mitarbeiter vorgestellt wird. Von
den einzelnen Teams werden sodann Maßnahmen erarbeitet, wie der
Plangewinn realisiert werden soll.
Die Qualifikationszulage wird für 12 Monate fix zusätzlich zum
Tarifgehalt gezahlt. Die Festlegung erfolgt einmal pro Jahr innerhalb
einer gemeinsamen Gesprächsrunde, an der neben dem Mitarbeiter jeweils
drei Teamkollegen und zwei Führungskräfte beteiligt sind.
Die Team-Leistungsprämie wird bei Erreichen monatlicher Team-Ziele
gezahlt. Sie wird auf die Anwesenheitsstunden der Mitarbeiter, die in
dem Monat in den jeweiligen Teams gearbeitet haben, verteilt und am
Jahresende abgerechnet.
Die dritte Komponente der variablen Vergütung, der Erfolgsbonus, ist der
am stärksten an die Ertragslage gekoppelte Bestandteil. Er kommt nur
dann zur Auszahlung, wenn laut Feststellung des Jahresergebnisses in der
Bilanz noch Beträge zur Auszahlung vorhanden sind. Aufgrund der
Ergebnisverantwortung der Führungskräfte ist dieser Bestandteil
ausschließlich für sie vorgesehen.
Zum Nutzen
Das neue Vergütungssystem von Intersport FÖRG stellt einen Meilenstein
in der Firmengeschichte dar, denn zum ersten Mal werden mit diesem
System Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Den Mitarbeiter
bietet das neue Vergütungssystem eine deutlich über dem
Branchendurchschnitt liegende Bezahlung, gute Karrierechancen, hohe
Qualifikation, Anerkennung und Bestätigung der erbrachten Leistungen
sowie Einfluss und Beteiligung. Ihre erhöhte Eigenverantwortlichkeit,
Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit kommt dem Unternehmen zugute und
trägt zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und damit
auch der Arbeitsplätze bei. Gleichzeitig variieren die Personalkosten in
Abhängigkeit von der Ertragslage, so daß das Unternehmen auch für
Krisenzeiten gewappnet ist.
Autorin: Angela Fauth-Herkner |