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Arbeits(zeit)management
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Vertrauensarbeitszeit

Vertrauensarbeitszeit bedeutet die Selbststeuerung der Arbeitszeit durch die Beschäftigten. Gleichwohl basiert sie auf einer vereinbarten durchschnittlichen Wochenarbeitszeit. Auf deren Kontrolle wird jedoch weitestgehend verzichtet.

Vertrauensarbeitszeit kann für kleine und mittlere Unternehmen oder bestimmte Mitarbeitergruppen in Großunternehmen ein sinnvolles und zufrieden stellendes Arbeitszeitmodell sein. Sie kann die Eigenverantwortung der Mitarbeiter und ihre Orientierung an Zielen fördern. Wenn der Gestaltungsspielraum des Einzelnen durch Vertrauensarbeitszeit steigt, kann dies sehr motivierend wirken und die Effektivität des Arbeitens fördern. Darüber hinaus wird die Administration vereinfacht, wenn die Kontrolle der geleisteten Arbeitszeit entfällt.

Eine große Gefahr liegt jedoch darin, die Vertrauensarbeitszeit als alleiniges Lösungsmittel zum Abbau von Überstunden-Problemen anzusehen und lediglich die Zeiterfassung abzuschaffen. Die eigentlichen Ziele der Vertrauensarbeitszeit im Hinblick auf die Motivation und die Verantwortungsbereitschaft der Mitarbeiter werden so verfehlt. Häufig fehlen Vorkehrungen, um auf Überlastungen angemessen zu reagieren.

Umgekehrt gilt: eine systematisch eingeführte und mit den betroffenen Mitarbeitern und Führungskräften abgestimmte Vertrauensarbeitszeit kann sehr wohl positive Effekte auch im Hinblick auf eine Reduktion der Überstunden haben. Dazu bedarf es aber einer Arbeitszeitkultur, in der die Interessen aller Beteiligten angemessen gewürdigt werden, in der Ziele nicht diktiert, sondern vereinbart werden und in der eine intensive Kommunikation untereinander gepflegt wird.

Vertrauensarbeitszeit ist also viel mehr, als die Abschaffung der Zeiterfassung. Vertrauensarbeitszeit ist ein anspruchsvolles Arbeitszeitmodell, unter anderem deshalb,
weil es

  • auf einer Vertrauenskultur basiert und diese weiter fördert

  • hohe Anforderungen an einen zielorientierten Führungsstil beinhaltet

  • in vielen Fällen eine gute Zeit- und Ressourcenplanung erfordert

Daher empfehlen wir, Vertrauensarbeitszeit im Rahmen eines Arbeitszeitmanagement-Projektes einzuführen, bei dem geeignete Regeln erarbeitet und einfache Frühwarn- und Steuerungssysteme eingerichtet werden. Dazu gehört oft auch eine systematische
Arbeits(zeit)planung, die einerseits Überlastungen verhindert, andererseits den Beschäftigten ermöglicht, ihr Leistungspotenzial voll einzubringen.

© Fauth-Herkner & Partner
zuletzt geändert am 
23.12.2009
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